„Es ist erstaunlich, wie schnell die Schüler fließend Französisch sprechen“

Bunsen-Gymnasium bietet bilingualen Zweig an - Beruflich haben Schüler später enorme Vorteile - Stellvertretende Schulleiterin im Gespräch

 

Für die Viertklässler der Region ist die Grundschulzeit zwar erst im Sommer zu Ende, die Suche nach einer weiterführenden Schule ist aber schon in vollem Gange. Schließlich ist im Frühjahr Anmeldeschluss. Am Bunsen-Gymnasium gibt es seit 2003 die Möglichkeit, ein bilinguales Profil zu wählen und einen deutsch-französischen Doppelabschluss zu machen - das Abibac. Sophia Gierok ist vor 15 Jahren als Lehrerin für dieses Profil an das Bunsen-Gymnasium gekommen, seit diesem Schuljahr ist sie stellvertretende Schulleiterin.

Frau Gierok, müssen Schüler für den bilingualen Zug schon Grundkenntnisse in Französisch mitbringen?

Niemand muss vorher Französisch sprechen können. Aber ein gewisses Interesse an der französischen Sprache und einem freundschaftlichen Verhältnis zu Frankreich wäre nicht schlecht. Wir legen aber Wert darauf, dass die Schüler gerne lesen ind in der vierten Klasse mindestens eine Zwei in Deutsch und Mathe haben. Ein paar Schüler kommen auch mal zwischen der fünften und zehnten Klasse in den Bili-Zug, weil sie umgezogen sind oder die Schule gewechselt haben. Dann müssen sie Sprachnachweise einreichen oder Prüfungen ablegen.

Was bedeutet das für den Schulalltag? 

Bilinguale Schüler haben regulär mehr Unterrichtsstunden, weil sie von der fünften Klasse an intensiv Französisch lernen - erst einmal über zusätzlichen Sprachunterricht. Das sind zwei Unterrichtsstunden pro Woche. Ab der siebten Klasse kommt dann stufenweise Fachunterricht auf Französisch dazu. Heißt: Erst ein Jahr Geografie, dann Geschichte und in der neunten Klasse Gemeinschaftskunde. Nach der zehnten Klasse haben sie - wie alle anderen Schüler auch - die freie Wahl bei den Profilen für die Oberstufe. Durch unsere Austausch-Programme mit Montpellier und Wissembourg gibt es aber auch die Möglichkeit, Französisch außerhalb des Klassenraums zu sprechen.

Schüler, die den bilingualen Weg wählen, müssen also nicht automatisch das Abibac schreiben.

Genau, der Bili-Weg muss nicht zwangsläufig mit dem Abibac enden. In der zehnten Klasse können dann die Schüler entscheiden, ob sie das Abitur oder den Doppelabschluss machen wollen. In den vergangenen Jahren war das meistens etwa die Hälfte unserer Bili-Klasse.

Wie kann man zur gleichen Zeit zwei Abschlüsse machen?

Über mehr Unterrichtsstunden. Wir müssen ja trotzdem den Stoff des deutschen Abiturs schaffen. Die deutsche Grundausbildung ergänzen wir durch Teile aus der Französischen. Welche Punkte das genau sind, koordiniert eine binationale Kommission, in der ein Vertreter aus Frankreich und Vertreter der Bundesländer sitzen. Zusätzlich zu den normalen Abiturprüfungen müssen die Schüler am Ende der Schulzeit noch eine mündliche und zwei schriftliche Prüfungen in Französisch ablegen. Eine der schriftlichen ist im Fach Geschichte und für die mündliche Prüfung kommt extra ein Prüfer aus Frankreich.

Das hört sich nach viel zusätzlicher Arbeit an...

Das stimmt. Wir merken aber jedes Jahr wieder, dass unsere bilingualen Klassen ein gutes Lernverhalten entwickeln und sehr leistungsstark sind. Niemand wird überfordert, weil wir die Schüler Schritt für Schritt an die Sprache heranführen. Es ist erstaunlich, wie schnell sie fließend Französisch sprechen können.

Warum glauben Sie, ist es so wichtig, dass das Bunsen-Gymnasium den bilingualen Weg und das Doppelabitur anbietet?

Da gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist das sicherlich das Alleinstellungsmerkmal, das wir dadurch in der Rhein-Neckar-Region haben. Wir haben viele Schüler, die einen sehr langen Schulweg auf sich nehmen. Dann ist Frankreich ein Nachbarland, mit dem wir starke wirtschaftliche und natürlich freundschaftliche Beziehungen haben. Natürlich ist es auch beruflich gesehen von enormem Vorteil, Französisch auf C 1-Niveau, das heißt fast muttersprachlich, zu sprechen. Und ich persönlich finde auch die Kultur und Sprache großartig. 

Gehen viele Ihrer Bac-Absolventen an französische Universitäten?

Es sind in jedem Jahrgang ein paar dabei, die in Frankreich studieren. Aber einige machen auch einen kombinierten Studiengang in Deutschland, in dem sie Französisch brauchen, oder nutzen es später einfach im Beruf. Französisch ist im Moment sehr gefragt.

Wie können sich Schüler und Eltern, die sich für das Abibac interessieren, am besten informieren?

Wir bieten Beratungsgespräche für Eltern an. Eine andere Möglichkeit ist unser Infoabend speziell zum bilingualen Zweig oder unser „Tag der Information“, an dem sich Eltern natürlich mit uns, aber auch Schülern des Zweigs unterhalten können.

Katharina Kausche

Schule

Bunsen-Gymnasium
Humboldtstraße 23
69120 Heidelberg
Tel.: +49(0)6221 64340
Fax: +49(0)6221 419421

 

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