Sie tun etwas gegen Rassismus

 Rhetorikkurs am Bunsen-Gymnasium - Wie geht man gegen Diskriminierung und rechte Parolen vor? - Ein Stichwort heißt Empathie

 

nisu. Wie wirkt man Vorurteilen entgegen? Und wie greife ich in Situationen ein, in denen Menschen diskriminiert werden? Diese Fragen klärten interessierte Schüler des Bunsen-Gymnasiums der Klassen neun bis elf jetzt mit zwei Trainern des Vereins „Gegen vergessen - Für Demokratie“.

Das ganztägige Training zum Thema „Rhetorik gegen rechte Parolen“ hatte drei Ziele: Die Schüler sollten für diskriminierende Situationen sensibilisiert werden, in Rollenspielen solche Situationen nachstellen und analysieren sowie Strategien und rhetorische Kniffe kennenlemen, mit denen sie besonders gut kommunizieren und überzeugen können.

„Wir haben einen guten Einblick bekommen, was Diskriminierung bedeutet. Beim ‚Diskriminierungsbarometer‘ sollten alle eine vorgegebene Situation als diskriminierend oder nicht diskriminierend einschätzen. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Ob eine Situation diskriminierend ist oder nicht, entscheidet deshalb letztendlich die Person, die potenziell diskriminiert wird“, fasste die 17-jährige Sarah Emuebie den ersten Teil des Trainings zusammen.

In den Rollenspielen lernten die Schüler, wie man in Diskriminierungsfällen reagieren kann. Eine typische Situation in der Bahn oder beim Stammtisch diente als Ausgangspunkt für eine Diskussion. Danach analysierten alle Teilnehmer, was gerade passiert ist und wie und wieso die Rollenspieler reagiert haben. Reaktionen, die beschwichtigend wirken oder den Diskriminator zum Umdenken motivieren, wurden auf einer Tafel als Strategien gesammelt.

Um 14 Uhr hing die Tafel schon voll möglicher zielführender Strategien. „Respekt ist beispielsweise wichtig und der persönliche Bezug: Wenn man einen Sexisten fragt, wie er es denn fände, wenn seine Mutter Chefin wäre, betrachtet er die Situation aus einer ganz anderen Perspektive“, fasste Levin Maaß, 16 Jahre, die Ergebnisse zusammen.

Oft genutzt wurden auch Nachfragen zu dem, was der Diskriminator gesagt hat. So werde er zum Nachdenken über seine Aussagen animiert. „Besonders wichtig ist aber auch die Empathie: Nur so kann man den anderen auf seine Seite holen“, betonte Christine Ullrich, eine der beiden Trainerinnen.

Am Ende des Tages gab es ein einheitlich positives Feedback. „Manche Menschen, vor allem Kinder, geben solche Parolen von sich, obwohl sie gar nicht wissen, was sie bedeuten oder welche Konsequenzen sie nach sich ziehen. Bisher wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Jetzt fühle ich mich für so einen Fall gewappnet und werde das nächste mal eingreifen“, resümierte Fynn Beswick, 16 Jahre alt. „Meine Sinne sind jetzt auf jeden Fall geschärft und ich weiß, wie man eine Eskalation einer hitzigen Diskussion verhindern kann“, meinte auch Levin Maaß. Lennart Engel, 17 Jahre, bilanzierte: „Die Rollenspiele waren witzig, aber auch zielführend. Ich werde nun Diskussionsverläufe besser verstehen und die Strategien bewusst anwenden.“

Das Bunsen-Gymnasium ist Mitglied der „Schulen gegen Rassismus“. „Jedes Jahr organisieren wir als Schülermitverantwortung mindestens ein Projekt gegen Diskriminierung, Rassismus oder Rechtspopulismus“, erklärte Schülersprecher David Strüder, 17 Jahre. Eine Lehrerin habe von dem Projekt „Rhetorik gegen rechte Parolen“ gehört - und es den Schülern empfohlen. „Wir fanden das eine gute Idee, da das Training nicht nur theoretische Aspekte lehrt wie in der Schule sondern zeigt, wie man in der Praxis direkt gegen Rassismus und Diskriminierung vorgehen kann“, betonte David.

Schule

Bunsen-Gymnasium
Humboldtstraße 23
69120 Heidelberg
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