DIE KÜCHE - Gedanken zur Inszenierung

The world might have been a stage for Shakespeare but to me it is a kitchen; where people come and go and cannot stay long enough to understand each other, and friendships, loves and enmities are forgotten as quickly as they are made. 

Arnold Wesker 

Weder Arnold Wesker noch sein Stück „Die Küche“ gehören zu den Klassikern des Theaters, wird sein 1960 in London uraufgeführtes Stück doch recht selten auf den Brettern dieser Welt gespielt. Dies mag wohl unter anderem daran liegen, dass sich kaum ein Theater so viele Schauspieler leisten kann, denn die Originalversion sieht 30 Rollen vor. Jedoch benötigt ein Stück, das sich zum Anspruch macht, ein symbolisches Abbild unserer Gesellschaft darzustellen durchaus viele Rollen und Schauspieler. Keine Rolle ist Nebenrolle, denn jeder Mitarbeiter ist Teil dieser Großküche mit seinen verschiedenen Charakterzügen, Persönlichkeitsaspekten und ganz individuellen Geschichten. 

Die dargebotenen Charaktere bilden einen Mikrokosmos – ein Abbild der Gesellschaft draußen. Und so wie im echten Leben, wird hier geflirtet und gestritten, es gibt Eifersucht und Rangkämpfe, Beziehungen und Feindschaften, Träume und Ängste. 

Arnold Wesker, der zu der Gruppe von Schriftstellern und Künstlern gehörte, die sich in Großbritannien während der 1950er und 1960er Jahre als „angry young men“ einen Namen machten, entstammt selbst der Arbeiterklasse und wendet sich in seinen Werken gegen Klassenkonflikte und soziale Entfremdung. So ist es aber nicht unbedingt die bereits durch die Rollen angelegte Hierarchie in dieser Küche, die uns begeistert hat, sondern vielmehr die Begegnungen zwischen 22 Frauen und Männern aus den unterschiedlichsten Milieus, die gezwungen sind, sich auf engstem Raum und unter enormen Druck zu arrangieren und als ein Ganzes zu funktionieren. 

So kommt es fast unausweichlich zu Streitigkeiten, teils nationalistischen Diskriminierungen, Gereiztheit und Feindseligkeiten und wenn einer außer Kontrolle gerät, so droht die ganze Maschinerie ins Wanken zu geraten. Wesker zeigt eindrücklich, dass die Menschen mehr brauchen als die monotone Routine des Geldverdienens, Druck, Zeitplänen und Kontrolle. Doch wenn die Herde mal kurz auf Sparflamme stehen und keine Gäste im Restaurant sind, dann ist es an der Zeit, die unterdrückten Impulse preis zu geben und es entsteht die Gelegenheit, über persönliche Träume und Wünsche zu reden und sich gegenseitig zuzuhören. Dann flackert kurz Hoffnung und Menschlichkeit auf. 

Die Tatsache, dass fast immer alle 22 Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne stehen und ihre feste Funktion in dieser verrückten Maschinerie erfüllen müssen, war eine große Herausforderung aber auch der besondere Reiz für uns, dieses Stück zu inszenieren. In zahlreichen Proben im vergangenen Jahr haben wir daran gearbeitet, aus einem Chaos an Küchenutensilien, Textpassagen und 22 Individuen eine Gruppe zu formen, die stetig zwischen Chaos, Ordnung, Witz, Ernst, Großgruppe, Individuum, Choreographie und Improvisation schwankt und hoffen, dass für Sie eine leichte, schmackhafte und unterhaltsame Theaterkost entsteht. 

 

 (Regie und Gesamtleitung: Sabrina Dowie) 

 

Schule

Bunsen-Gymnasium
Humboldtstraße 23
69120 Heidelberg
Tel.: +49(0)6221 64340
Fax: +49(0)6221 419421

 

+++ Shortcuts+++

Freundeskreis

Bunsen-Gadgets

Aufführungen

Kunstarchiv
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok