GATSBY - Gedanken zur Inszenierung

 „Gatsby who represented everything for which I have an unaffected scorn.”  

 (Nick Carraway, The Great Gatsby by F. Scott Fitzgerald) 

 

New York, 1925, the roaring twenties. Die Wirtschaft blüht und mit ihr Kunst und Kultur. Man tanzt Charleston, Lindy Hop und Shimmy. Die jungen Frauen tragen die Haare kurz und trinken White Lady. Hollywoods Filmindustrie setzt Maßstäbe und die Menschen strömen in die Kinos. Erfolg, Reichtum, Streben nach Glück – der American Dream lebt! 

Inmitten dieser Upper Class: Jay Gatsby, der Gastgeber opulenter Partys. Niemand weiß, wie er diese Partys überhaupt finanziert, denn eines Tages tauchte er aus dem Nichts auf, kaufte eine Traumvilla auf Long Island und wer dazu gehören möchte, lässt sich Samstagabend dort sehen. Entgegen dem Titel The Great Gatsby, zeigt F. Scott Fitzgerald dem Leser vorwiegend nicht Gatsbys Lebensgeschichte, sondern die Geschichte seines neuen Nachbarn Nick Carraways, dem Ich-Erzähler in Fitzgeralds Roman. Nick ist ein junger Aktienmakler, der scheinbar zufällig in diese Gesellschaft gelangt und langsam in den hypnotischen Strudel wilder Partys und Alkoholexzessen gezogen wird. Scheinbar ebenso zufällig soll er Gatsby nun helfen, dessen große Liebe Daisy zurück zu gewinnen. 

The Great Gatsby wurde erstmals 1925 veröffentlicht und gilt heute als einer der wichtigsten amerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts. Der Roman kann als Sittengemälde New Yorks der 1920er Jahren mit Themen wie Dekadenz, Idealismus und gesellschaftlichem Wandel nach dem ersten Weltkrieg betrachtet werden, ebenso wie die Geschichte einer unerfüllbaren Liebe inmitten dieser von Prohibition, Kriminalität, Jazz und Flappern geprägten Gesellschaft. 

Inspiriert von Musik, Partykleidern und Tänzen hat sich das Ensemble fast ebenso schnell wie Nick in die Atmosphäre dieses Stücks und dem Flair der 20er Jahre einziehen lassen. Schnell kam der Wunsch auf, einige Tanzproben mit auf den Plan zu setzen und sich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Ausgehend von der Frage „Wer ist eigentlich dieser Gatsby?“ wurden innerhalb der ersten Wochen mit viel Spielfreude und Kreativität zahlreiche Charaktere und Begegnungen ohne Textvorlage improvisiert. In der Gerüchteküche bezüglich Gatsbys Identität und Herkunft brodelte es gewaltig.  

Irgendwann wird das Vergnügen jedoch schal, man trifft immer auf die gleichen oberflächlichen Leute, führt die gleichen belanglosen Gespräche und die Fassade dieser Partys und Charaktere bricht – bis man entdeckt, dass Fitzgeralds Roman ganz und gar nicht oberflächlich ist, sondern eher genau so vielschichtig, wie die meisten seiner Charaktere. Es wird zum besonderen Reiz, diese Charaktere immer besser kennen zu lernen und die zahlreichen meist doppeldeutigen Anspielungen im Text zu entschlüsseln. 

Durch diese Vielschichtigkeit in Text und Rolle gepaart mit Party-, Streit- und Liebesszenen, Tanzchoreografien und Live-Musik hat jeder dieser 17 New Yorker, vom nach Schmierfett riechenden Wilson bis hin zum zwiespältigen Wolfsheim, selbst in den letzten Proben noch neue Facetten des Textes und seiner Rolle entdeckt und wir hoffen sehr, Sie heute Abend mit unserer Interpretation Fitzgeralds Meisterwerk in den Strudel der Zeit und den Bann unseres Spiels ziehen zu können. 

 

(Bühnenfassung, Regie, Gesamtleitung: Sabrina Dowie) 

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