WIE ES EUCH GEFÄLLT - Gedanken zu Inszenierung

Die ganze Welt ist eine Bühne…

…und alle Frauen und Männer nichts als Spieler.“ Dass dies neben „Sein oder nicht Sein“ und „Es war die Nachtigall…“ wohl berühmteste Shakespeare-Zitat aus einer seiner Komödien – und unter ihnen nicht einmal aus einer der bekanntesten- stammt, mag zunächst verwundern. Gerade in dem durch seine (Ab)Nutzung als geflügeltes Wort vom ursprünglichen Sinn halb entkoppelten Monolog des melancholischen Jacques aber liegt ein wesentlicher Schlüssel zum Verständnis von „Wie es euch gefällt“. 

Flüchtende und Verbannte, Enterbte und verfeindete Brüder, Verliebte und Narren, Edelleute und einfache Schäfer, Narren, Philosophen und Melancholiker: Der Wald von Arden erscheint im Gegensatz zum patriarchalischen Hof als bester Aufenthaltsort überhaupt. Der verfolgte Herzog genießt das süße Leben im Exil, auch wenn es frei von der Doppelmoral der Unvermeidbarkeit ist, Orlando, Celia und Rosalinde finden dort ein Schäferleben, tauschen Rollen und spielen mit Identitäten und der Liebe, ganz nach dem Motto „Was wäre wenn…“. Der Wald wird zum Fluchtpunkt aus der gefahrvoll bitteren Realität und bietet eine utopische Gegenwelt. Eine Gegenwelt in der Shakespeare in seiner ironischen Komödie gekonnt immer wieder die scheinbare Harmonie unterläuft und seine Figuren mit ihren Rollen und miteinander spielen lässt. 

So ist es nicht unbedingt die offensichtliche Liebesthematik, die diese Stück stark prägt, die uns begeistert hat, sondern vielmehr das Element des Spiels im Spiel. Besonders attraktiv und spannend fanden wir das Spielen mit den vermeintlich klar definierten Rollen und das Agieren auf diesem großen Spielfeld. Die Inszenierung versucht das Spiel auf den unterschiedlichsten sprachlichen und formalen Ebenen offenzulegen. Unser „Wald von Arden“ will zu keinem Zeitpunkt ein illusionistisches Paradies sein, sondern exakt wie Shakespeare es seinen Melancholiker Jacques ausdrücken lässt, nichts als „eine Bühne“. Ein Ort, der (Selbst)Inszenierung als solche erkennbar macht und der genau deswegen dazu dienen kann, den Spiegel vorzuhalten und Verhaltensmuster zu überprüfen. 

Das Spielen dieser Spiele und mit dieser „Spaßzeit“, von der Jacques am Ende des Stücks genug hat und selbst die Flucht ergreift, hat uns in den zahlreichen Proben im vergangen Jahr sehr gefallen, doch am Ende liegt es an jedem Einzelnen. Denn wenn unser Spiel beendet ist, dann ist der Augenblick gekommen, es zu nehmen „Wie es euch gefällt.“ 

 

(Regie und Gesamtleitung: Sabrina Dowie) 

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